E|Mobilität in Mecklenburg-Vorpommern

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Elektromobilität
Schon lang keine Zukunftsmusik mehr!

Faszination Elektromobilität: leise, schnell und hochmodern? Wer meint, eMobility sei eine Erfindung der Neuzeit, irrt. Ihre frühen Anfänge finden sich nämlich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wieder. Was viele nicht wussten: Noch lang bevor Karl Benz seinen Verbrennungsmotor vorstellte, wurden erste Automobile mit einem Elektromotor angetrieben. Der Elektroantrieb also ist ebenso alt wie das Automobil selbst. Wie alles begann und wohin uns dieser Weg noch führt, erfahren Sie jetzt

1 1821 – 1850
2 1850 – 1900
3 1990–2005
4 2005–2012
5 2013
6 2014
7 2015
8 2016
9 2017
10 2018
11 HEUTE
1 1821 – 1850

1821
Der Experimentalphysiker Michael Faraday entdeckte die elektromagnetische Rotation und Induktion. Außerdem zeigte er, wie man mithilfe des Elektromagnetismus kontinuierliche Rotationsbewegungen erzeugen konnte. Dies war der Grundstein für den Elektromotor.

 

1932
Autopionier Robert Anderson baute ein erstes Elektroauto in Aberdeen.

 

1935
In diesem Jahr entstand das weltweit erste Patent auf einen Elektromotor. Der Erfinder Thomas Davenport beschaffte einen Elektromagneten und entwickelte daraus den ersten Gleichstrommotor.

2 1850 – 1900

1851
Zwei Elektromotoren, je 20 PS, 31 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dies sind die Eckdaten des ersten großen Schienenfahrzeugs mit Elektroantrieb, gespeist von einer tonnenschweren Batterie. Es wurde von Charles Grafton Page konstruiert und am 29. April 1851 Probe gefahren.

 

1881
Das erste offizielle Elektrofahrzeug der Welt ist geboren! Auf der Elektrizitätsmesse in Paris präsentierte Gustave Trouvé voller Stolz sein „Trouvé Tricycle“ inklusive Elektromotor und integriertem Blei-Akku. Mit einer Leistung von 0,074 kW und einem Leergewicht von 160 kg erreichte dieses Dreirad eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h.

 

1888
Nun ist es das erste offizielle Elektroauto, das das Licht der Welt erblickt. Der Flocken Elektrowagen ist „made in Germany“ und kombiniert erstmals einen Kutschenwagen mit einem Elektromotor. Mit einer Leistung von 0,9 kW und Heckantrieb erreichte der Flocken Elektrowagen eine Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h.

 

1890
William Morrison konstruierte ein Fahrzeug, ähnlich einer Kutsche. Aus insgesamt 8 Batterien schöpfte sein Elektromotor 1,83 kW Leistung und erreichte so eine Höchstgeschwindigkeit 12 km/h.

 

1896
Jetzt kam die Elektromobilität ins Rollen! In den Jahren zwischen 1896 und 1912 erlebte die Elektromobilität ihre größte Nachfrage. Was Wenige wussten: Bereits damals erreichten Elektromobile Reichweiten von über 100 km. Zu dieser Zeit belief sich der Anteil elektrobetriebener Fahrzeuge in den USA auf stolze 38 % (ca. 34.000 registrierte Fahrzeuge). Außerdem gab es weltweit mehr als 565 Hersteller, die sich der Entwicklung von Elektrofahrzeugen verschrieben.

 

1899
Jetzt wird es sportlich! „La Jamais Contente“ war der erste Elektrorennwagen seiner Art. Die Torpedoform verlieh ihm ideale Windschlüpfrigkeit, weshalb er eine Spitzengeschwindigkeit von mehr als 100 km/h erreichte. Ein Meilenstein! Zuständig für entsprechenden Vortrieb waren damals 2 Elektromotoren mit jeweils 25 kW, ca. 34 PS. Dieses Fahrzeug war seiner Zeit derart voraus, dass Michelin es noch im selben Jahr als Testwagen einsetzte.

3 1990–2005

Die Ölkrise der 1990er Jahre jedoch konnte dem Verbrenner zu Leibe rücken. Als Reaktion darauf sorgte das CARB (California Air Resources Board) mithilfe eines Gesetzes für das stückweise Zurückkehren von eMobility in das Portfolio der Hersteller. Just verabschiedet, trugen die gesetzlichen Bemühungen schnell Früchte:

 

  • 1991er BMW E1 (Reichweite: 200 km)
  • 1991er Horlacher Sport I (Reichweite: 547 km)
  • 1991er Mercedes-Benz Studie A (Reichweite: 200 km)
  • 1993er VW Golf City-Stromer (Reichweite: 90 km)
  • 1995er Citroën Saxo Electrique (Reichweite: 140 km)
  • 1996er General Motors EV1 (Reichweite: 225 km)
  • 1997er Toyota RAV EV (Reichweite: 153 km)
  • 1998er Nissan Hypermini (Reichweite: 115 km)

Die eben erwähnten Fahrzeuge stellen jedoch nur einen Auszug der Fahrzeuge dar, die den Markt und die Straßen dieser Erde Stück für Stück eroberten.

Die jeweils veräußerten Stückzahlen allerdings hielten sich in Grenzen. In der Regel waren alle damals hergestellten Fahrzeuge Prestigeprojekte, die an ausgewählte Kunden – insbesondere Prominente – vergeben wurden. So waren bspw. Mel Gibson oder Tom Hanks stolze Besitzer eines Elektroautos der 90er Jahre. Mit der Lockerung des CARB jedoch sank die generelle Nachfrage, was der Elektromobilität einen schmerzhaften Hieb versetzte.

4 2005–2012

In diesen Jahren öffneten die Automobilhersteller ihre Herzen für die aktive Integration von Elektromobilität – immer mehr alltagstaugliche Elektro- und Hybridmodelle wanderten in das Portfolio. Eine neue Generation von Elektroautos war geboren. Der Vorreiter war unbestritten Tesla. Mit dem 2006er Tesla Roadster wurde Elektromobilität zum ersten Mal in der Geschichte des Automobils attraktiv! Dabei war dieser Sportler nicht nur wunderschön, sondern mit einer Reichweite von 350 km vollkommen nutzbar. Weitere Vertreter waren ebenso:

 

  • 2008er Citroen Berlingo Electric (Reichweite: 170 km)
  • 2009er Mitsubishi i-MiEV (Reichweite: 160 km)
  • 2010er Chevrolet Volt (Reichweite: 60 km rein elektrisch)
  • 2010er Peugeot iOn (Reichweite: 144 km)
  • 2011er Renault Twizy (Reichweite: 90 km)
  • 2012er Tesla Model S (Reichweite: > 600 km)

 

Doch dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Diese wenigen Modelle waren erst der Anfang und Initialzünder für eine weltweite Umstellung der Antriebstechnologie. Zu diesem Zeitpunkt übrigens hatte sich das Hybridfahrzeug längst am Markt etabliert.

5 2013
  • Die Elektromobilität feierte in diesem Jahr das Jubiläum „125 Jahre Elektromobilität in Deutschland“. Zu diesem Anlass fanden in ganz Deutschland etliche Veranstaltungen und Ausstellungen zum Thema E|Mobilität statt. Passend dazu machten es sich bekannte Fahrzeughersteller zur Aufgabe, ihre elektrisch betriebenen Modelle an den Start zu schicken. Dazu gehörten bspw.:

 

  • 2013er BMW i3 (Reichweite: 300 km)
  • 2013er VW eUp! (Reichweite: 160 km)
  • 2013er Nissan e-NV200 (Reichweite: 170 km)
  • 2013er Renault Zoe R90 (Reichweite: 400 km)
  • 2013er Ford Focus Electric (Reichweite: 162 km)
  • 2013er Kia Soul EV (Reichweite: 150 km)
6 2014
  • Die Deute Post AG kauf das 2010 gegründete Unternehmen „Streetscooter“. Das Start-Up-Unternehmen konzipierte und stellte rein elektrisch betriebene Lieferwagen her.

 

Google Inc. gab den Bau von etwa 100 Testfahrzeugen des Typs „Google Driveless Car“ bekannt. Diese verzichten auf die traditionellen Steuerungselemente heutiger Fahrzeuge und funktionieren gänzlich autonom.

 

Was elektrisch möglich ist, zeigt außerdem die Formel E. Diese Rennserie beruft sich ausschließlich auf vollelektrisch betriebene Rennfahrzeuge.

 

Eine weitere Neuheit auf dem Markt: der Toyota Mirai. Das weltweit erste Großserienfahrzeug mit Brennstoffzelle feierte seinen Release erstmals in Japan. Nach Deutschland kam er hingegen erst im September 2015.

7 2015
  • Tesla ist ein Wort, das untrennbar für das Vorantreiben von eMobility steht. Der US-amerikanische Hersteller konnte sein Model S allein in diesem Jahr mit mehr als 16.000 Mal ausliefern. Bereits 2014 nannte sich das Oberklassemodell „meist verkaufte Luxuslimousine“ in den USA.

 

Auch in China tat sich einiges: Dort verkauften sich drei Mal so viele Elektrofahrzeuge wie im Vorjahr, an der Zahl ca. 190.000 Stück.

 

Ein weiterer Meilenstein der Elektromobilität ereignete sich am 18. September 2015. Der Abgasskandal, auch bekannt als „Dieselgate“, konnte schlüssig aufgedeckt werden. Verschiedenste Fahrzeughersteller hatte also bei Verbrauchs- und Emissionsangaben mit geschönten werten gearbeitet. Noch nie waren Verbrennungsmotoren derart an den Pranger gestellt worden. Für viele wurde Elektromobilität zu einem guten Ratgeber, um dem nun gestiegenen Umweltbewusstsein der Bevölkerung Rechnung zu tragen.

8 2016
  • Besonders in diesem Jahr zeigte sich China als Game Changer im Beriech eMobility – mehr als eine halbe Million verkaufte Fahrzeuge konnte das Reich der Mitte auf die Straßen dieser Welt bringen. Doch auch auf europäischer Ebene tat sich einiges: Seit dem Herbst dieses Jahres begann der europaweite Ausbau der Ladeinfrastruktur, insbesondere von Schnellladesäulen. Auch Förderprogramme wie der „Umweltbonus“, die auf zehn Jahre gewachsene Kraftfahrzeugsteuerbefreiung für Elektroautos und weitere Kaufanreize sorgten für ein Aufhorchen in der Bevölkerung. Elektromobilität hat es erneut bis auf die Hofauffahrt des Verbrauchers geschafft.

Der Deutsche Bundesrat fordert mit Beschluss vom 23. September ein Zulassungsverbot von Verbrennungsmotoren ab dem Jahr 2030. Die Basis des Beschlusses besteht im Pariser Klimavertrag. Er sieht vor, dass der individuelle Personenverkehr ab 2050 CO2-neutral stattfindet.

 

Außerdem werden zu jener Zeit europaweit Ultra-Schnellladesäulen mit Ladeleistungen von bis zu 350 kW installiert. Dies soll besonders Transportdienstleistern und Logistikern zugutekommen.

 

Zudem gibt es Neuigkeiten von der Deutschen Post. Sie hat angekündigt, perspektivisch etwa 70.000 Fahrzeuge der Marke „Streetscooter“ hergestellt und für seine Dienstleistungen in Betrieb genommen zu haben.

9 2017
  • Erstmals beweist eine Zulassungsstatistik den Vormarsch von Elektromobilität. Erstmals wurden in Norwegen mehr Fahrzeuge mit Elektromotor als Verbrenner zugelassen. Insgesamt betrug der Elektro-Anteil stolze 52 %.

 

Anfang Juli teile Volvo mit, seiner Motorenpalette ab 2019 ausschließlich auf Elektromotoren beschränken zu wollen. Mittlerweile nämlich gehört Volvo zum chinesischen Geely Konzern, einem Vorreiter in Sachen Elektromobilität.

 

Zudem äußerten sich einige Länder kritisch zum Thema Verbrennungsmotor. So kritisch, dass sie eine Zulassungssperre für Verbrennungsmotoren einräumten. So wird Frankreich ab 2040, Großbritannien ab 2040 oder auch die Niederlande ab 2030 keine Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren erlauben. Viele weitere Länder setzen ähnliche Ziele. Das große Ziel: CO2-neutraler Verkehr ab 2050.

 

Erstmals konnte Tesla in diesem Jahr sein Model S als europaweit meist verkauftes Oberklassefahrzeug feiern. Stolze 16.132 Exemplare wechselten den Besitzer.

 

In China wurde zu dieser Zeit insgesamt mehr als 750.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. 652.000 Stück davon waren rein elektrisch.

 

Weltweit wurden rund 1,2 Millionen Elektroautos neu zugelassen. In Europa waren es 309.000 Fahrzeuge, in den USA etwa 200.000 Fahrzeuge und in Deutschland 58.000 Fahrzeuge. Für all diese Märkte wurden für die kommenden zwei Folgejahre mehr als 200 neue Elektrofahrzeugmodelle seitens der OEMs angekündigt.

10 2018
  • Es durchwanderte die Medien wie ein Lauffeuer: Mit Stichtag 31. Mai 2018 traten erstmals in Deutschland – genauer in Hamburg – Fahrverbote für dieselgetriebene Fahrzeuge in Kraft. Dies hatte zur Folge, dass die Nachfrage gebrauchter bzw. neuer Dieselfahrzeuge drastisch sank.

 

Beim traditionsgeladenen Pikes Peak International Hill Climb errang ein Elektrofahrzeug den Gesamtsieg und unterbot den bis dato bestehenden Rekord. Dem VW I.D. R gelang es, die 20 km währende Bergauffahrt in nur 7:57 min zu bezwingen.

 

Autosalon Paris: Nahezu jeder Hersteller präsentierte frisch entwickelte und markttaugliche Elektrofahrzeuge. Zu jenen OEMs gehören Volkswagen, Mercedes-Benz, Audi, BMW, Smart uns viele weitere.

 

Wo Elektrofahrzeuge fahren, sollte entsprechende Ladeinfrastruktur nicht fern sein. Entsprechend begannen Firmen wie Kaufland, Lidl, Ikea, Aldi oder Euronics ihren Kunden kostenfreie Ladesäulen zur Verfügung zu stellen.

 

Zudem werden Elektrofahrzeuge immer umweltfreundlicher. Laut Studie des BDEW fahren Elektrofahrzeuge unter Berücksichtigung des deutschen Strommix mit ca. 60 % weniger Emissionsausstoß als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dass eMobility auch günstig sein kann, zeigt ein ADAC-Vergleichstest: Die Hälfte aller dem Markt zur Verfügung stehenden Elektrofahrzeuge ist im Gesamtkostenvergleich günstiger als die Vergleichsfahrzeuge mit Verbrenner.

 

Das zeigt: Die Akzeptanz von Politik, Wirtschaft und Verbraucher gegenüber E|Mobilität erfuhr im Jahr 2018 einen nie dagewesenen Aufschwung.

11 HEUTE
  • Die Revolution des alltäglichen Verkehrs hat uns erreicht und wir sind ein Teil davon. Das belegen die vielen Fahrzeuge, die rein elektrisch fahren oder einen elektrifizierten Benziner besitzen. Da wären beispielsweise:

 

  • 2014er VW eGolf (Reichweite: 300 km)
  • 2014er Mercedes-Benz B 250 e (Reichweite: 200 km)
  • 2016er Tesla Model S P100D (Reichweite: 613 PS)
  • 2016er Tesla Model X P100D (Reichweite: 542 km)
  • 2017er Hyundai IONIQ Elektro (Reichweite: 280 km)
  • 2017er Kia Soul EV (Reichweite: 250 km)
  • 2017er Opel Ampera-e (Reichweite: 520 km)
  • 2017er Smart forfour electric drive (Reichweite: 155 km)
  • 2017er Tesla Model 3 (Reichweite: 354 km)
  • 2018er Nissan Leaf 2 (Reichweite: 378 km)
  • 2018er Mercedes-Benz EQC (Reichweite: 450 km)
  • 2018er Jaguar I-Pace (Reichweite: 365 km)
  • 2018er Audi e-tron (Reichweite: > 400 km)

 

Sogar Supersportwagen setzen auf Hybridtechnologie, um Effizienz und Performance gleichermaßen zu steigern. Die Modellpalette liest sich wie das Who-Is-Who der Premiumhersteller:

 

  • 2013er Ferrari LaFerrari (Leistung: 963 PS)
  • 2013er BMW i8 (Leistung: 374 PS)
  • 2013er SLS AMG Electric Drive (Leistung: 751 PS)
  • 2015er Porsche 918 Spyder (Leistung: 887 PS)
  • 2015er McLaren P1 (Leistung: 916 PS)
  • 2016er Honda NSX (Leistung: 581 PS)
  • 2016er Arash AF 10 (Leistung: 2.080 PS)
  • 2019er Mercedes AMG Project One (Leistung: 1.054 PS)

Ein Entwicklungsende ist noch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Immer mehr Automobilkonzerne setzen sich hohe Ziele in Bezug auf den prozentualen Anteil von reinen Stromern und elektrifizierten Hybridmodellen. Wir dürfen also gespannt sein, wann der reine Verbrennungsmotor nur noch in den Geschichtsbüchern zu finden sein wird.

"Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd."

Kaiser Wilhelm II

Wir sind die Ansprechpartner zum Thema E|Mobilität in Mecklenburg-Vorpommern

Ein Entwicklungsende ist noch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Immer mehr Automobilkonzerne setzen sich hohe Ziele in Bezug auf den prozentualen Anteil von reinen Stromern und elektrifizierten Hybridmodellen. Wir dürfen also gespannt sein, wann der reine Verbrennungsmotor nur noch in den Geschichtsbüchern zu finden sein wird.

finanzielle Unterstützung durch Förderprogramme

12.200 Ladestationen bundesweit

Sauber tanken & fahren

Unsere Vision: Die Mobilität der Zukunft!
Das große Ganze…

Jeder, der sich mit dem Bereich „Mobilität“ beschäftigt, stellt sich aktuell eine Frage: „Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen?“. Noch nie waren die Möglichkeiten eines allumfassenden, automobilen Umbruchs so vielzählig wie heutzutage. Dem gestiegenen Umweltbewusstsein der letzten Jahre geschuldet, sind wir gerade Zeugen einer der größten Umbrüche des letzten Jahrhunderts.

Themen wie „Digitalisierung“, „Erneuerbare Energien“, „Elektromobilität“ oder „Autonomes Fahren“ sind die treibenden Kräfte dieser Mobilitäts- und Energiewende. Entsprechend dieser Eckpfeiler kristallisieren sich immer deutlicher die Trends für die kommenden Jahre heraus. Was genau prognostiziert werden kann, was uns in naher Zukunft erwartet und worauf Sie sich als Verbraucher freuen können erfahren Sie in den nun folgenden Zeilen.

Lassen Sie uns also gemeinsam Mobilität ganz neu erfinden.

Elektromotor vs. Verbrennungsmotor
Wie „dreckig“ ist der Verbrenner wirklich?

Der Individualverkehr mithilfe der Nutzung fossiler Rohstoffe ist umweltbelastend. Das beginnt bei der Erschließung sowie Förderung oder Verarbeitung von Erdöl und endet bei dem, was tagtäglich die Abgasanlagen unserer Fahrzeuge verlässt…

Stickoxide

Sie sind für die aktuell hohen Ozonwerte verantwortlich, sind für eine Vielzahl unterschiedlichster Atemwegserkrankungen ursächlich und reizen unsere Schleimhäute. Besonders in Stadtgebieten sind die Stickoxidbelastungen stark ausgeprägt. Autobauer begegnen den steigenden Anforderungen der Euro-Normen mit speziellen Katalysatoren und neuartigen Abgasregelsystemen. Gänzlich umgehen aber wird man den Ausstoß von Stickoxiden nie können.

Rußpartikel

Rußpartikel sind im Allgemeinen auch unter dem Begriff „Feinstaub“ bekannt. Eine Langzeitstudie des Münchener Helmholtz-Zentrums zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen dem verkehrsbedingten Schadstoffaufkommen und auftretenden Atemwegs- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Lungenkrebs. Jüngst stellte das Umweltbundesamt sogar fest, dass eine Feinstaubbelastung durch Rußpartikel allein in Mitteleuropa die durchschnittliche Lebenserwartung um ein halbes Jahr minimiere.

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid verlässt die Abgasanlagen unserer Fahrzeuge in der Regel während des Kaltstarts. Danach reguliert der Katalysator den Abgasfluss und begrenzt diese Art der Abgase auf ein gesundheitlich unbedenkliches Niveau. Trotz dieser geringen Ausmaße ist auch dieser Ausstoß eine Belastung für unseren Organismus.

Kohlendioxid

Dem steigenden Verkehrsaufkommen geschuldet hat allein der Individualverkehr die jährlichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland um 19 % in die Höhe getrieben. Dabei gilt: Je höher der Verbrauch bzw. je mehr Verbrenner auf den Straßen unterwegs sind, desto höher fällt der CO2-Ausstoß aus. Es sei erwähnt, dass sich auch Kohlendioxid leicht toxisch auf den menschlichen Organismus auswirkt.

Schwefeldioxid

Laut Umweltbundesamt konnten die Emissionen durch Schwefeldioxid im Zeitraum von 1990 bis 2010 um mehr als 90 % reduziert werden. Für den Menschen ist der Schwefeldioxid-Ausstoß unserer modernen Fahrzeuge daher nicht gefährlich. Verbindet sich Schwefeldioxid jedoch mit dem Regen, führt dies unweigerlich zu Säurebildung. Diese wiederum ist in der Lage, der Umwelt nachhaltig zu schaden. Stichpunkt „Saurer Regen“.

Benzol

Freiwerdendes Benzol ist kein Problem, das durch den Verbrennungsvorgang im Verbrennungsmotor selbst entsteht, da Benzol von modernen Katalysatoren gänzlich abgebaut wird. Vielmehr wird Benzol beim Tankvorgang sowie bei der Tankentlüftung frei. Die Belastung allerdings ist selbst in verkehrsreichen Gegenden zu vernachlässigen.

Autonomes Fahren in Deutschland
Entspannt reisen wie in der Bahn!

Lange Urlaubs- und Geschäftsreisen rauben einem nicht nur kostbare Zeit oder benötigen ein hohes Maß an Konzentration – sie nagen auch an den Nerven. Wie viel Zeit nahm Ihre letzte…

  • Suche nach einem Parkplatz
  • letzte Fahrt zur Arbeit
  • Reise zu einem Geschäftstermin
  • Fahrt in den Urlaub
  • Wartezeit im Stau oder Innenstadtverkehr

…in Anspruch? Wie sehr haben Sie sich dabei geärgert? Autonomes Fahren könnte die Lösung für alle sein, die sich beim Lesen der letzten Zeilen wiedererkennt haben. Was aber genau bezeichnet man genau als Autonomes Fahren?

Autonomes Fahren

Auch als Pilotiertes, Automatisiertes oder Automatisches Fahren bezeichnet, beschreibt dieser Begriff eine der aufregendsten Weiterentwicklungen aktueller Fahrassistenzsysteme. Dank dieser Technik sind Fahrzeuge in der Lage, sich selbständig von A nach B zu bewegen.

Dabei nimmt die dazu nötige Künstliche Intelligenz mithilfe ausgeklügelter, fahrzeuginterner sowie -externer Sensoren unter Zuhilfenahme aktuellen Kartenmaterials Rücksicht auf die aktuelle Verkehrslage, Verkehrsschilder, Verkehrsteilnehmer und viele andere Faktoren. Sie beschleunigen, bremsen und lenken, sodass der Fahrer keinen Einfluss darauf auszuüben brauch.

Autonomes Fahren ≠ Autonomes Fahren
Autonomiestufen im Überblick

Autonomes Fahren ist jedoch nicht gleich Autonomes Fahren. Verschiedenste technische Voraussetzungen ermöglichen ganz unterschiedliche Formen und Ausprägungen des Autonomen Fahrens. Aus diesem Grund existieren aktuell sechs Autonomiestufen, deren Definitionen und Klassifizierungen nach SAE J3016 genormt sind.

Keine Automatisierung (hier überwacht der Fahrer die Umgebung)

In sämtlichen Fahrzeug- und Verkehrssituationen übernimmt der menschliche Fahrer die Bewältigung aller dynamischen Fahraufgaben. Eine fahrzeugseitige Unterstützung seiner Fahrmanöver durch technische Eingriffs- oder Warnsysteme (bspw. ABS, ESP, etc.) ist jedoch möglich.

Fahrassistenzsysteme (hier überwacht der Fahrer die Umgebung)

In fest definierten Fahrsituationen wird der Fahrer von den fahrzeugseitigen ssistenzsystemen unterstützt. Sie agieren sowohl beschleunigend als auch verzögernd, können jedoch auch lenkend tätig werden.

Die Assistenzsysteme aber sind in  ständiger Erwartung, dass der menschliche Fahrer sämtliche, verbleibende Fahraufgaben dynamisch übernimmt.

Teilautomatisierung (hier überwacht der Fahrer die Umgebung)

Auch hier wird der Fahrer durch die fahrzeugseitigen Fahrassistenzsysteme beschleunigend, verzögernd sowie lenkend unterstützt. Sie nutzen bereits Informationen aus dem umliegenden Fahrzeugumfeld automatisch, erwarten jedoch stets das dynamische Eingreifen des menschlichen Fahrers.

Abhängige Automatisierung (hier überwacht das System die Umgebung)

Hierbei übernimmt das System die Automatisierung aller Aspekte der dynamischen Fahrzeugaufgaben. Eine Ausnahme hierbei bildet der Fall, dass der menschliche Fahrer vom System zum Eingreifen in die Kontrolle des Fahrzeugs aufgefordert wird. Fortan übernimmt er die Gesamtsteuerung über das Fahrzeug.

Hochautomatisierung (hier überwacht das System die Umgebung)

Hier übernimmt das System sämtliche Aspekte der dynamischen Fahrzeugführung, auch wenn der menschliche Fahrer nach Aufforderung nicht aktiv in die Fahrzeugführung eingreift.

Vollständige Automatisierung (hier überwacht das System die Umgebung)

Hier übernimmt das System sämtliche, menschliche, dynamische Fahraufgaben vollautomatisch. Sein handeln orientiert sich an den umliegenden Fahrbahnbeschaffenheiten, Umweltbedingungen und Fahrsituationen gänzlich autonom. Ein Eingreifen des Fahrers ist in Autonomiestufe 5 nicht erforderlich und ebenso wenig vorgesehen.

Der Gesetzgeber jedoch entscheidet darüber, welche Form des Autonomen Fahrens auf öffentlichen Straßen zulässig ist. Bereits im März 2017 verabschiedete der Deutsche Bundestag ein entsprechendes Gesetz, das das Autonome Fahren in Deutschland umfassend regelt. Im Mai 2017 wurde es schlussendlich vom Deutschen Bundesrat abgesegnet.

So ist Autonomes Fahren gestattet, jedoch nur unter Berücksichtigung einiger Einschränkungen. So muss der Fahrer bspw. jederzeit in der Lage sein, das Steuer eigenmächtig zu übernehmen. Somit erlaubt der Gesetzgeber sowohl das hoch- als auch das vollautomatisierte Fahren, womit autonom gesteuertes Beschleunigen, Bremsen und Lenken inbegriffen sind. Meint konkret: Hinter dem Lenkrad muss stets jemand sitzen, der im Ernstfall die Steuerung des Fahrzeugs eigenständig übernehmen kann. Im Grunde aber darf sich der Fahrer vom Verkehrsgeschehen sowie von der Steuerung abwenden – vorausgesetzt, dies geschieht in jenen Gebieten, für die das Autonome Fahren des Fahrzeugs zugelassen ist. Ein etwaiger Landstraßenmodus ist somit auf Autobahnen nicht zulässig.

Im Rahmen seiner aktuellen Möglichkeiten liefert das Autonome Fahren nicht nur einen Mehrwert in Sachen Komfort. Auch beim Thema Sicherheit kann ein solch eigenständiges System überzeugen. So sind die Reaktionszeiten des Menschen denen eines elektronischen Systems weit unterlegen. Im Falle des Falles also kann ein solches System sogar Leben retten.

Fahrzeugvernetzung
Der intelligente Verkehr!

Stellen Sie sich vor: Auf dem Weg zur Arbeit begleitet Sie die „Grüne Welle“. Sie schwimmen mit im flüssigen Verkehr – ganz ohne Stau. Angekommen, wird Ihnen direkt ein freier Parkplatz mitgeteilt. Utopie? Ganz sicher nicht…

Bereits heute trägt die interne Fahrzeugkommunikation mehr Informationen des Verkehrsgeschehens zusammen, als wir vermuten würden. Schließlich sind Fahrer und Fahrzeug auf Wunsch stets vernetzt. In Zukunft aber soll unser Mobilitätsraum mithilfe des Teilens interner Datenmengen noch intelligenter werden. Aus diesem Grunde ist eine effektive Fahrzeugvernetzung ein wichtiger Bestandteil der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft. Eine moderne Fahrzeugvernetzung bietet eine Vielzahl potenzieller – und allem voran – spürbarer Vorteile…

  • Verkehrsmanagement- und Sicherheitssysteme können den Verkehr intelligent steuern.
  • Energiesparpotenziale können durch Analysetools ermittelt und realisiert werden.
  • Intelligente Transportsysteme gestalten eine neue Art des Logistikwesens.
  • Der urbane Sektor erfährt ganz neue Mobilitätslösungen, die den Alltag erleichtern.
  • Der aktuelle Verkehrszuwachs wird bis auf ein einheitliches Level begrenzt.
  • Parkleitsysteme arbeiten noch effektiver und zielführender.

Fahrzeugkonnektivität ist zudem der Schlüssel zum Autonomen Fahren. Sofern Pkw, Moorräder, Fahrräder, Züge, Lkw und viele weitere Verkehrsteilnehmer mit der zugänglichen Infrastruktur kommunizieren, kann der gefahrenfreie Verkehr der Zukunft gewährleistet werden.

Wie klimafreundlich ist denn eigentlich Elektromobilität?

Eines ist ganz klar: Elektrofahrzeuge sind nur insoweit umweltschonend und wirtschaftlich, wie es auch deren „Treibstoff“ ist. Blickt man jedoch auf die gesamte Energieumwandlungskette, könnte Elektromobilität wirklich zu einem der bedeutendsten Bausteine heranreifen, die wir in puncto nachhaltige Mobilitätsstrategie zu bieten haben.

Zwar wäre eine CO2-neutrale Energiebilanz von Elektrofahrzeugen ausschließlich durch die konsequente Verwendung Erneuerbarer Energien möglich. Schon heute aber belegt eine Klimabilanz-Analyse des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:

Die über die gesamte Fahrzeuglebensdauer des Elektrofahrzeugs zu erwartenden Treibhausgasemissionen pro Fahrzeugkilometer unter Berücksichtigung des deutschen Strommix fallen geringer aus als bei einem vergleichbaren Verbrennungsfahrzeug.

Diese Betrachtung berücksichtigt sowohl Produktion, Wartung und Entsorgung des jeweiligen Fahrzeugs als auch die Energiebereitstellung für den allgemeinen Fahrbetrieb. Das stete Beschreiten der Energiewende in Verbindung mit der Nutzung von Elektrofahrzeugen wird damit zu dem Schlüssel für eine moderne, naturschonende Fortbewegung im Individualverkehr.

Zu guter Letzt kann heimischer Strom anstatt importierten Erdöls für die Fortbewegung genutzt werden. Allein für Energieimporte gibt die Europäische Union pro Tag mehr als eine Milliarde Euro aus. Der Großteil davon ist den Ölimporten zuzuschreiben.

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